Veränderungen an Zahnfleisch und Mundschleimhaut sind oft die ersten Anzeichen einer Erkrankung in Zusammenhang mit HIV. M+ fasst zusammen, worauf man achten sollte.

HAST DU WAS?

Zahn und Mundhygiene ist für HIV-Positive besonders wichtig. Grundsätzlich gelten aber dieselben Regeln wie für alle:

1. Mindestens zweimal täglich Zähne putzen. Am besten vor dem Ins-Bett-Gehen und vor dem Frühstück. Beim Essen entstehen Säuren im Mund, die die Phosphate und das Kalzium im Zahnschmelz „anweichen“. Die kann man, wenn man die Zähne putzt, nachdem man zusätzlich säurehaltige Getränke wie Saft oder Kaffee getrunken hat, leicht mit wegputzen und die Zähne, die man gerade mit Fluorid füttern will, so eher schwächen. Vor dem Zähneputzen Zahnseide benutzen. Nervt am Anfang, aber Du wirst es Dir jedes Mal, wenn Dein Zahnarzt wieder sagt „Sie haben nichts“ selbst danken. Alle sechs Monate zum Zahnarzt.

2. Lass Deinen Zahnarzt auch regelmäßig Dein Zahnfleisch und die Mundschleimhaut checken. Hier können sich erste Anzeichen einer Erkrankung im Zusammenhang mit HIV schneller zeigen als irgendwo sonst im Körper.

3. Worauf Du selber achten solltest: Hast Du oft intensives Zahnfleischbluten? Hast Du oft Lippen- oder Mundherpes? Hast Du Aphthen (kleine, weiße, schmerzhafte Bläschen im Mundraum, zum Beispiel auf der Innenseite der Unterlippe)? Hast Du bräunliche Stellen im Mund, die sich pelzig anfühlen? Dann ab zum Zahnarzt!

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WAS MUSS ICH, WAS SOLL ICH?

Um als Erstes mal mit einem alten Mythos aufzuräumen, der sich aber festgesetzt hat: Kein Positiver muss seinem Zahnarzt sagen, dass er positiv ist. Wer etwas anderes sagt, lügt Dich an. Das war auch noch nie anders. Und die Rechtslage ist absolut eindeutig.
Allerdings ist es, wenn man einen hat, bei dem das kein Problem ist, eine gute Idee seinem Zahnarzt zu sagen, dass man positiv ist. Denn dann kann sich ein kompetenter Zahnarzt und Paradontologe besser um Dich kümmern, an Veränderungen an Mundschleimhaut, Zunge oder Zahnfleisch sehr früh erkennen, ob Du vielleicht etwas hast, von dem Du noch gar nichts weißt. Nur so kann er Dir helfen. Ein Beispiel: Du hast von der Therapie einen trockenen Mund. Trockene Schleimhäute sind durchlässiger und anfälliger für Bakterien und andere Krankheitserreger. Hier kann Dein Zahnarzt mit Deinem Schwerpunktarzt über Deine Therapie reden, oder ihn auf bestimmte Dinge hinweisen. Außerdem ist es für Dich schlicht angstfreier und entspannter. Vor dem Bohrer kannst Du Angst haben, vor Deinem Arzt bitte nicht.
Zusätzlich ist es für Deinen Zahnarzt gut, wenn er weiß, dass er Dich behandeln kann wie alle anderen auch, aber mit Deinen Daten vielleicht noch vorsichtiger umgehen muss als er das mit den Daten seiner Patienten (hoffentlich) ohnehin schon tut.

WIE FINDE ICH EINEN GUTEN ZAHNARZT?

Mit unserer kleinen Checkliste:

Fühlst Du Dich als HIV-Positiver allgemein wohl mit Deinem Zahnarzt?
Ist die Praxis modern und sauber?
Wird auf dem Einstufungsformular gefragt, ob Du einer Risikogruppe angehörst?
Keine Altersdiskriminierung, aber: Ist Dein Zahnarzt weniger als 60 Jahre alt?
Wird vertraulich mit Deinen Daten umgegangen?
Sind noch andere Positive in der Praxis?
Ist Dein Zahnarzt gut aus- und fortgebildet?
Fragt er persönlich / vertraulich, ob Du positiv bist?

Bild: Shutterstock/Dean Drobot

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