Mit der letzten Augabe haben wir uns bei einigen Leuten unbeliebt gemacht. Die einen fanden die Bebilderung der Titelgeschichte zum Thema Sexuell übertragbare Infektionen (STIs) durch bunte Plüschviren unangemessen, andere störten sich am verniedlichenden Ton der Coverzeile „HIVchen und HEPchen“, weitere an der Bezeichnung von STIs als „schwule Familienkrankheiten“. Allen, die sich durch die genannten Punkte auf den Schlips getreten fühlten sei gesagt: Es war nie unsere Absicht, jemanden zu brüskieren, Viruserkrankungen zu verharmlosen oder uns gar über Infizierte lustig zu machen. Ausdrückliche Entschuldigung an alle, die so empfunden haben!

Unser Anspruch ist, die Annäherung der Erfahrungswelten von Negativen und Positiven

Gleichzeitig sei aber auch gesagt, dass wir mit solcher Kritik gerechnet hatten. Politisch korrekte Sprechweisen wurden ja gerade im HIV-Bereich über Jahrzehnte verinnerlicht. Unserem Empfinden nach führen sie aber gerade im Schriftlichen zu teilweise sehr gestelzten Formulierungen, die mit Lebensnähe nichts zu tun haben. Unser Anspruch ist, die Annäherung der Erfahrungswelten von Negativen und Positiven dadurch zu fördern, dass wir die Realität positiver Lebensentwürfe abbilden ohne sie auszustellen. Dazu gehört auch, dass Infizierte nicht immer als Opfer inszeniert und die Ironie und der Witz, die sie untereinander im Austausch über die Infektion pflegen, nach außen kommuniziert werden.

Fragen stellen ist im Interesse der Aufklärung wichtig.

Nicht zuletzt deshalb, weil Außenstehende sich sonst nicht mehr trauen Fragen zu stellen, weil sie ständig Angst haben, etwas Falsches zu sagen. Fragen stellen ist im Interesse der Aufklärung wichtig.
Aber klar: Es ist nicht alles witzig und ironisch, wenn es um STIs geht. Das beweist das Titelthema der vorliegenden Ausgabe, in dem wir im Dauerkonflikt „Positive beim Zahnarzt“ den aktuellen Stand darstellen. Wenige Mediziner wollen über dieses Thema offen sprechen. Wir sind sehr dankbar, dass Fachzahnarzt Dmitrij Dubinskij es im Interview ab Seite 14 tut. Wie wir auch allen weiteren Gesprächspartnern danken, die ihre Meinungen, ihr Wissen und ihre Geschichten bei Geprächen von New York bis Barcelona, von Stockholm bis Osnabrück und von Reykjavik bis Berlin mit uns geteilt haben.

Viel Spaß beim Lesen!

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Bild: Shutterstock/CURAphotography