Im November startet in Südafrika eine großangelegte Studie eines HIV-Impfstoffes. Forscher wollen dabei herausfinden, ob das von ihnen entwickelte Serum, die Chancen sich mit HIV zu infizieren über einen längeren Zeitraum maßgeblich mindern kann. Sie selbst beschreiben ihr Ziel so: „Wir möchten testen, ob unsere Impfung „sicher ist, vom Körper gut angenommen wird und Erwachsenen in Südafrika helfen kann, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen. Der Impfstoff ist die Weiterentwicklung eines Medikaments, das vor einigen Jahren in Thailand getestet wurde. Die damalige Studie lief über dreieinhalb Jahre und half das Infektionsrisiko in der Versuchsgruppe um 31 Prozent zu senken. Der jetzige Impfstoff führt zu einer noch besseren Immunreaktion auf das Virus und sollte deswegen deutlich wirksamer sein.

Fast 19 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung sind HIV-positiv und im südlichen Afrika leben 26 Millionen Positive, zehnmal so viele wie in Westeuropa und den USA zusammen

31 Prozent mag sich für europäischen Ohren nicht nach sehr viel anhören, aber in Afrika und Südostasien, wo ein Großteil der HIV-Positiven der Welt leben, infizieren sich jedes Jahr Hunderttausende neu mit dem Virus. Diese Zahl um ein Drittel zu verringern oder zu halbieren, wäre ein großer Schritt und würde helfen, jedes Jahr hunderttausende Todesfälle durch die Folgen von AIDS zu verhindern. Fast 19 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung sind HIV-positiv und im südlichen Afrika leben 26 Millionen Positive, zehnmal so viele wie in Westeuropa und den USA zusammen. 2004 war die durchschnittliche Lebenserwartung eines Erwachsenen Südafrikaners deswegen um 20 Jahre gesungen, ist inzwischen aber wieder deutlich angestiegen und liegt nun bei 61 Jahren. Fast 20 Jahre unter der von Deutschen.

Eine sichere und effektive Impfmethode, könnte massiv dazu beitragen, das dauerhafte Ende von AIDS herbeizuführen

5400 Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren werden an der Studie teilnehmen. Der Impfstoff wird von den Pharmaunternehmen Sanofi Pasteur und GSK zu Verfügung gestellt.  Anthony S. Fauci ein Wissenschaftler vom US-Amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), das die Studie finanziert, beschrieb die möglichen Ergebnisse so: „Zum ersten Mal in sieben Jahren, unternimmt die wissenschaftliche Gemeinschaft den Versuch, eine wirksame Impfung gegen HIV in klinischen Tests zu verifizieren. Das ist das Ergebnis jahrelanger intensiver wissenschaftlicher Arbeit. Eine sichere und effektive Impfmethode, könnte massiv dazu beitragen, das dauerhafte Ende von AIDS herbeizuführen und wird besonders im südlichen Afrika dringend benötigt, wo HIV ein größeres Problem ist, als irgendwo sonst auf der Welt.“ Erst vor einigen Tagen hatte sich die ehemalige Außenministerin der USA und jetzige Präsidentschaftskanditatin, Hillary Clinton, für eine Erhöhung der Budgets im Kampf gegen HIV und AIDS ausgesprochen.

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