Enköping in der Provinz Uppsala kennen außerhalb von Schweden nur wenige Menschen. Dabei gibt es dort seit gestern etwas, das es nirgendwo sonst auf dem Planeten gibt. Dem Krankenhaus der Stadt wurde, als erstem in Schweden und wahrscheinlich als erstem der Welt, in einer Zeremonie das Siegel „LGBTI-freundliches Krankenhaus“ verliehen. Um das zu schaffen, haben in den letzten drei Jahren alle 500 Mitarbeiter des Krankenhauses einen 20-stündigen Kurs in LGBTI-Rechten absolviert.

Es ist uns wichtig, so nach außen das klare Signal zu senden, dass bei uns jeder willkommen ist und nach seinen Bedürfnissen versorgt wird.

„Es ist uns wichtig, so nach außen das klare Signal zu senden, dass bei uns jeder willkommen ist und nach seinen Bedürfnissen versorgt wird, egal wer man ist“, so Vivianne Macdisi, die Leiterin der Krankenhausverwaltung. Verliehen wird die Auszeichnung von RFSL, Schwedens größter LGBTI-Organisation. Pär Wiktorsson, der Sprecher von RFSL, sagte gegenüber Medien: „Es ist das erste Mal, dass einem Krankenhaus in Schweden dieser Titel verliehen wird. Und soweit wir wissen, ist es auch das erste Mal auf der Welt.“

Nicht alle Mitarbeiter werden mit LGBTI völlig fehlerfrei arbeiten. Aber die Auszeichnung bedeutet, hier wollen Menschen lernen und sich weiterentwickeln.

Und weiter: „Es gibt überall auf der Welt verschiedene Qualitätssiegel von allen möglichen LGBTI-Organisationen. Aber unsere ist einmalig, weil nicht nur der Kurs verpflichtend für alle Mitarbeiter ist, sondern auch die Verwaltung systematisch Diskriminierungen beseitigen muss.“ Alle diese Maßnahmen haben das Krankenhaus bislang 150000 Euro gekostet. Mitarbeiter wurden in LGBTI-Rechten, Geschichte und Anti-Diskrimnierung geschult. Wiktorsson umschreibt das Ziel so: „Nicht alle Mitarbeiter werden mit LGBTI sofort völlig fehlerfrei arbeiten. Aber die Auszeichnung ist ein wichtiges Signal. Sie bedeutet, hier wollen Menschen lernen und sich weiterentwickeln.“ Auch andere Unternehmen in Schweden bemühen sich um LGBTI, so zum Beispiel die Post, die extra zur Pride-Saison eine Regenbogenbriefmarke eingeführt hat. (MÄNNER-Archiv)

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