Im Mai wurde angekündigt, dass im November die größte bisherige Studie eines HIV-Impfstoffes mit 5400 Teilnehmern beginnen wird. Die Studie hat den Namen HVTN 702-Study und soll vier Jahre dauern. Forscher wollen dabei herausfinden, ob das von ihnen entwickelte Serum, die Chancen sich mit HIV zu infizieren über einen längeren Zeitraum maßgeblich mindern kann. Sie selbst beschreiben ihr Ziel so: „Wir möchten testen, ob unsere Impfung „sicher ist, vom Körper gut angenommen wird und Erwachsenen in Südafrika helfen kann, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen. Der Impfstoff ist die Weiterentwicklung eines Medikaments, das vor einigen Jahren in Thailand getestet wurde. Die damalige Studie lief über dreieinhalb Jahre und half das Infektionsrisiko in der Versuchsgruppe um 31 Prozent zu senken. Der jetzige Impfstoff führt zu einer noch besseren Immunreaktion auf das Virus und sollte deswegen deutlich wirksamer sein.“

Der neue Impfstoff spricht besser auf den in Afrika verbreiteten Virus-Typ an

Auf der Welt-AIDS-Konferenz im südafrikanischen Durban haben die Forscher gestern die sehr positiven Ergebnisse der vorangegangenen Studie HVTN 100 bekanntgegeben, die zu der neuen, viel breiteren Studie geführt haben.  Linda-Gail Bekker von der Desmond Tutu HIV-Foundation erklärte, die ersten Ergebnisse einer Pilot-Studie in Thailand im Jahr 2009 seien nicht ermutigend gewesen, die abschließende Schutzwirkung betrug hier nur 31 Prozent. Nachdem die Forscher den Impfstoff so verändert hatten, dass er besser auf den HIV Subtyp C ansprach, der in Afrika weit verbreitet ist, wird die zweite Studie in Südafrika unter 252 Teilnehmern mit deutlichem größerem Erfolg durchgeführt. Noch läuft sie, allerdings sind die jetzt präsentierten Ergebnisse aus den ersten sieben Monaten so gut, dass sie die bislang größte Studie ab November mehr als rechtfertigen.

Die erhofften Ergebnisse wurden deutlich übertroffen

Um das zu tun, musste in 75 Prozent der Teilnehmer eine Antikörperbildung auf den Impfstoff sichtbar sein. Es gab sie bei 100 Prozent aller Teilnehmer, die den Impfstoff bekamen. Dabei mussten 50 Prozent mehr Antikörper gebildet werden, als in der Studie in Thailand. Diese Vorgabe wurde deutlich übertroffen, die Teilnehmer an der Studie mit dem weiterentwickelten Impfstoff bildeten bis zu neunmal so viele Antikörper wie die in Thailand. Es sollte einen Anstieg in der Zahl der CD-4-Helferzellen in mindestens 36 Prozent aller Teilnehmer geben. Es gab ihn in 58 Prozent aller Teilnehmer. Außerdem sollten Antikörper auf ein bestimmtes Eiweiß des HI-Virus in mindestens 63 Prozent aller Teilnehmer nachgewiesen werden. Das wurden sie bei über 80 Prozent. Auch andere Parameter der zweiten Studie waren deutlich besser als die der Studie in Thailand. In der ab November in Südafrika und Tansania laufenden dritten und größten Studie, soll nun getestet werden, wie hoch die Schutzwirkung bei einer Gabe des Impfstoffes an mehrere tausend Menschen ist. Mit ersten Ergebnissen wird nicht vor 2019 gerechnet, die Aussichten sind allerdings sehr positiv.

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