Am Kaplan Medical Center der Stadt Rehovot in Israel wird im Moment ein Medikament getestet, das ein Durchbruch in der Behandlung von HIV/AIDS sein könnte. Das Mittel war den Blutproben von zehn HIV-positiven Männern, die im Moment dort behandelt werden, beigemengt worden und hatte in allen Proben die Anzahl der HIV-Viren um bis zu 97 Prozent gesenkt, berichtet der TV Sender Channel2. Die Substanz, die das Mittel so wirksam macht, ist ein Peptid, ein kleineres Eiweiß, das HI-Viren dazu bringt, mehrere Stränge ihrer DNA in die selbe, befallene Zelle einzubringen. Was die befallenen Zellen dazu bringt, sich selbst und das Virus das sie in sich tragen zu zerstören, ohne, dass benachbarte Zellen davon betroffen sind. Das ganze funktioniert ähnlich wie ein Computervirus, der eine Zeile Code so oft und so lange kopiert und wiederholt, bis der befallene Server abstürzt. Das neue Peptid ist eine Entwicklung der Wissenschaftler Abraham Loyter und Assaf Friedler von der Hebrew University in Jerusalem. Erst Anfang Oktober gab es sehr ermutigende Nachrichten aus Großbritannien. Bislang wird HIV vor allem mit Medikamenten behandelt, die den Vermehrungsprozess des Virus zwar verlangsamen, aber nie ganz stoppen können. Was eine HIV-Infektion, zu mindestens in Westeuropa und den USA, von einer tödlichen zu einer chronischen Krankheit hat werden lassen.

 Es gibt also keine Zellen mehr, in denen Virendepots zurückbleiben könnten

Das von Loyter und Friedler entwickelte Mittel, hätte entscheidende Vorteile, die auch die Wissenschaftler sehen. Loyter erklärt: „Bei unserem Ansatz werden die befallenen Zellen komplett zerstört. Es gibt also keine Zellen, in denen Virendepots zurückbleiben könnten, die eines Tages wieder „erwachen“ könnten. … Durch unser Medikament werden bestimmte Vermehrungsprozesse beschleunigt, was die Zellen dazu bringt, sich selbst zu zerstören.“ Außerdem hat das israelische Gesundheitsministerium letzte Woche bekanntgegeben, Angehörige von Hochrisikogruppen die das wollen, wie beispielsweise schwule Männer mit PrEP ausstatten zu wollen, wahrscheinlich sogar kostenfrei. Zwar ist die PrEP inzwischen auch in Deutschland legal erhältlich, von einer Kostenübernahme durch die Krankenkassen sind wir aber weit entfernt, auch wenn der Bundesgesundheitsminister gut mit HIV gut klarkommt.

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