Mit den Drogen beim Sex ist das so eine Sache: Wir können niemanden ermutigen, sie zu nehmen. Aber wer sie nimmt, sollte das informiert, mit Genuss und fachmännischem Geschick tun. Wie bei allem anderen, was man in seinen Körper so rein tut – Schokolade, Männer, Kaffee – macht es auch bei Drogen erstens die Dosis, zweitens der Gebrauch und drittens die Qualität des Produkts. Also gilt es auch, dieselben Regeln wie bei allem anderen zu beachten, was man so konsumiert. Die zusammenfasst so gehen: Lasst euch nicht von Leuten die ihr nicht kennt, an Orten die ihr nicht überblicken könnt, Zeug andrehen, von dem ihr nicht wisst, wie ihr darauf reagiert. Oder noch mal etwas ausführlicher: Ihr wisst nicht, was es ist? Nehmt es nicht. Ihr wisst zwar, was es ist, aber nicht von wem es kommt? Nehmt es nicht. Ihr wisst zwar was es ist und von wem es kommt, aber fühlt euch nicht safe, wo ihr seid? Nehmt es nicht. Ihr wisst zwar, was es ist, von wem es kommt und fühlt euch wohl, aber habt keine Ahnung, wie ihr auf die Droge reagiert? Nehmt es nicht. Man kann mit Drogen experimentieren. Das können tolle Erfahrungen sein. Aber das sollte man immer an Orten machen, an denen man sicher ist und mit Leuten, die einem im Notfall helfen und sich mitfreuen, wenn man eine gute Erfahrung macht. Außerdem sollte man nicht mischen. Jeder Körper reagiert ein bisschen anders auf jede Droge. Bei zweien oder dreien gleichzeitig, kann es zu Wechselwirkungen kommen, die weder erwünscht noch kontrollierbar sind. Das gilt auch für Alkohol. Wer den trinken will, sollte keine Drogen nehmen.

Lasst euch nicht von Leuten die ihr nicht kennt, an Orten die ihr nicht überblicken könnt, Zeug andrehen, von dem ihr nicht wisst, wie ihr darauf reagiert.

Und stimmt auch für Medikamente: Wer Antidepressiva nimmt, oder sich in den ersten Monaten einer Kombinationstherapie befindet, sollte das mit den Drogen ganz lassen. Bei Kombitherapien muss dein Körper erstmal ein Viertel Jahr lernen, ob und wie er mit den neuen Wirkstoffen klarkommt, die du ihm  sowieso täglich verabreichst. Da noch etwas draufzuschmeißen, kann leicht dazu führen, dass er entnervt die Arme oder Beine hochreißt, und zwar auch ganz wörtlich, und dich im Stich lässt. Das alles gilt selbstverständlich auch für Drogen, die man beim Sex nimmt. Alkohol, Poppers, Gras, Viagra oder die eine oder Line, können Sex besser, schöner oder schlicht ausdauernder machen. Aber, wirft man sie durcheinander (ein), auch zu Schlaganfällen, Vergiftungen oder Schlimmerem führen. Man kann aber Drogen auch beim Sex als etwas benutzen, dass eine ohnehin geile Sache, noch geiler macht.

Will man länger Sex haben, dabei entspannter oder angstfreier sein, oder intensiver kommen? Das alles ist super?

Dazu sollte man sich allerdings vorher klar machen, was das Ziel der Übung ist und den Drogenkonsum darauf abstimmen. Will man länger Sex haben, dabei entspannter oder angstfreier sein, oder intensiver kommen? Das alles ist super? Dann macht es an drei Abenden hintereinander. Niemand will einen Kerl, der mit dauerhaft brettharter Latte drei Stunden braucht, um bei einem für ihn wirklich schönen Orgasmus drei Tropfen Sperma abzusondern, während er bis zum Ellenbogen gefistet wird, dabei aber die ganze Zeit so entspannt ist, dass man nur noch das Weiße in seinen Augen sieht. Weil: das ist dann doch ein bisschen egozentrisch. Was man zum erfolgreichen Drogenkonsum beim Sex noch braucht: sein eigenes Röhrchen, seine eigene Gleitcreme und eigene Handschuhe und Kondome. Dabei gilt: Jeder nimmt seins, dann sind alle versorgt. Dieses eine Mal: Bitte nicht teilen! Auf jeden neuen Schwanz kommt ein neues Kondom und auch für jeden neuen Arsch gibt es entweder ein neues Kondom oder einen neuen Handschuh. Außerdem ist derjenige, der nicht drauf ist (und einer sollte es immer mindestens sein, bei Gruppen gern mehrere) dafür verantwortlich, darauf zu achten, dass alles passt und sitzt. Und dann noch: Besprecht VORHER, warum ihr was nehmt und was o.k. ist, wenn ihr erst mit der Seele im Kronleuchter hängt, und was nicht. Und daran halten sich dann bitte auch alle. Alles andere ist kein Sex, sondern Gewalt und eine Straftat, zum Beispiel, wenn jemand nicht merkt, was gerade mit ihm gemacht wird.

Foto: Shutterstock/ DNF Style