Die Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen hat seit Freitag ein neues Institut. Es ist das erste für HIV-Forschung in Deutschland. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt Prof. Dr. Hendrik Streeck, ein international hoch geschätzter Experte, der 2015 an die Universität berufen wurde. Streeck und seine Kollegen werden am Institut vor allem die internationale Suche nach einem Impfstoff gegen das HI-Virus voranbringen. Weltweit wurden dazu in den letzten Monaten große Fortschritte gemacht.

2014 wurde Hendrik Streeck vom People-Magazin zum sexiest Wissenschaftler gekürt

Hendrik Streeck war vor seinem Ruf an die UDE neun Jahre in den USA tätig, unter anderem als Abteilungsleiter der HIV-Forschung bei der US-Armee. Und fing sich dabei auch eine völlig unwissenschaftliche Ehrung ein. 2014 wurde er vom People-Magazin zum „sexiest“ Wissenschaftler gekürt, einen Titel, den er mit einem Lächeln trägt. Gegenüber derwesten.de erklärt Streeck sein Engagement auch mit privaten Erfahrungen: „Ich erinnere mich sehr gut an eine Poolparty in Berlin bei der ein guter Freund plötzlich heftiges Fieber bekam. Ich arbeitete damals in einer HIV-Praxis, und am Montag war er Patient bei uns. In Berlin sind einige gute Freunde erkrankt … Dadurch wird’s auch persönlich.“

Ausriss aus dem People-Magazine

Auf die Frage, wie lange es seiner Meinung nach noch dauern wird, bis ein Impfstoff zu Verfügung steht, antwortet Streeck „Das kann man nicht sagen.“ Er ist aber guter Hoffnung, dass es nicht mehr lange dauert. Der Professor hat während seiner Arbeit beim US-Militär an der sogenannten „Thai-Studie“ mitgewirkt, der dritten bei der ein Impfstoff getestet wurde. Resultat: „Nach sechs Monaten waren 60 Prozent der Menschen geschützt“, allerdings nicht langfristig. Aber: Wäre der Schutz für ein Jahr effektiv gewesen, hätte man den Impfstoff wohl lizenziert.“ Genau daran, will Streeck mit seinem Team arbeiten.

Foto: HIV-Forschung.de