Theresa May ist nicht der LGBTI-freundlichste Regierungschef, den Großbritannien je hatte. Und ihre Regierung tut sich bei der breiten Einführung und Finanzierung der PrEP für alle, fast noch schwerer als die deutsche. Das hat May aber nicht davon abgehalten, in einem Video zum Welt-AIDS-Tag ihre uneingeschränkte Solidarität mit HIV-Positiven zu bekunden. Sie sagt unter anderem. „Ich bin als Premierministerin stolz heute den Red Ribbon zu tragen. … Ich bin auch stolz, auf die Rolle, die Großbritannien bei den Fortschritten in der Behandlung und Prävention von HIV und AIDS spielt. … Aber auch wenn wir viele Fortschritte gemacht haben, die öffentliche Meinung über HIV-Positive hat damit nicht immer Schritt gehalten. Der neueste UK-HIV Stigma Index zeigt, dass einer in fünf HIV-Positiven in den letzten zwölf Monaten Selbstmordgedanken hatte.“

Stigma ist nicht retro, sondern einfach nur falsch

„Fast die Hälfte berichteten von Gefühlen der Scham, Schuld und geringem Selbstwertgefühl. Diese durch HIV-Stigma erzeugten Zustände sind nicht hinnehmbar. Stigma ist ein Schmutzfleck unserer Gesellschaft und muss beseitigt werden. Stigma ist nicht nur einfach falsch, es hält Betroffene auch davon ab, sich testen zu lassen und sich die Behandlung und Unterstützung zu suchen, die sie brauchen. Heute werden noch zwei von fünf Menschen zu spät getestet, zu einem Zeitpunkt, an dem eine frühere Behandlung einen großen Einfluss auf ihre Langzeit-Prognosen gehabt haben könnte. Stigma zu beseitigen heißt, sich dieser Probleme anzunehmen. Deswegen bin ich stolz, die diesjährige Kampagne unseres Gesundheitsministeriums unterstützen zu können. Deren Motto ist: ‚Stigma ist nicht retro, sondern einfach nur falsch. Ich bitte Sie, sich mir anzuschließen und Stigma dorthin zu verbannen, wo es hingehört: in die Vergangenheit.“

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