Schwule Männer in Irland dürfen jetzt Blutspenden. Gesundheitsminister Simon Harris gab am Montag bekannt, dass eine Regelung aufgehoben, die es schwulen und bisexuellen Männern für den Rest ihres Lebens untersagte, Blut und Plasma zu spenden. Die war auf dem Höhepunkt der AIDS-Krise Anfang der 1980er Jahre eingeführt worden. Eine ganze Reihe von Ländern haben in den letzten Jahren ähnliche Regelungen aufgehoben. (MÄNNER-Archiv) Und dafür eine neue, eigentlich absurde Praxis eingeführt, die nun auch in Irlands Gesundheitsvorschriften steht, und wohl kaum zur Anwendung kommen wird: Ja, Männer die Sex mit Männern haben dürfen Blut spenden. Allerdings erst, nachdem sie 12 Monate keinen Sex gehabt haben.

Nur drei Prozent aller Iren spenden Blut

Gesundheitsminister Simon Harris dazu: „Das Irish Blood Transfusion Service Board sorgt dafür, dass das irische Gesundheitssystem mit den Blutkonserven versorgt wird, die es benötigt und trifft die nötigen Schutzmaßnahmen, um die Spender und die Empfänger von Blut-Produkten zu beschützen. Das IBTS wird außerdem dafür sorgen, dass diese Regelungen regelmäßig überprüft und an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse angeglichen werden.“ Das wird nötig sein, nur drei Prozent aller Iren spenden Blut.

Schwule Männer müssen ein Jahr keusch leben, dann dürfen sie Blut spenden

Die werden von Land zu Land sehr unterschiedlich ausgelegt: In Irlands Nachbarländern England, Wales und Schottland gilt aktuell die 12-Monats-Regel: Schwule Männer müssen ein Jahr keusch leben, dann dürfen sie Blut spenden. Erst Ende vergangenen Jahres haben sowohl die Niederlande als auch Frankreich ihr Verbot gelockert und ebenfalls die 12-Monats-Regel eingeführt. Das ist gut, allerdings nicht so gut und nützlich wie die Regelungen, die beispielsweise in Italien und Spanien gelten. Dort wird jeder Spender, ganz unabhängig von seinem Geschlecht und seiner sexuellen Orientierung, gefragt, ob er in den letzten zwölf Monaten sexuell riskantes Verhalten praktiziert oder eine Geschlechtskrankheit gehabt hat. Aktivisten haben die 12-Monats-Regel immer wieder als stigmatisierend bezeichnet.

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