Man kennt diese Szene aus Tausenden Pornos: Jungs reißen sich spontan die Hose vom mehr oder weniger ansehnlichen Hintern, oder lassen sie sich runterreißen, und noch bevor man sich versieht, steckt was drin: Zunge, Finger, Schwänze, Fäuste oder alle möglichen Gegenstände. Der Empfänger juchzt vor Vergnügen und lässt sich dann eine knappe Stunde von einem oder mehr Leuten rammeln, bis die Schwarte kracht. Das ist geil, oder? Ja, schon. Aber es ist auch noch etwas: Total unrealistisch. Jeder, der das schon mal unvorbereitet versucht hat, weiß: das geht in den seltensten Fällen ohne Unfälle ab. Oder, wie MÄNNER-Comicpapst Ralf König seinen Helden Paul beim Anschauen von eben solchen Szenen mal fragen ließ: „Was ist eigentlich mit dem Kot?“  Gute Frage. Und leicht zu beantworten: Besser nichts. Es sei denn, man steht darauf, aber das tun die wenigsten. Ergo: Den Kot im eigenen (oder fremden) Hintern sollte man vor Analverkehr entfernen.

Offenheit, Vorbereitungszeit und ein gutes Schmiermittel

Nicht nur, weil Ficken und/oder Fisten ohne Überraschungen optischer und olfaktorischer Art mehr Spaß macht, sondern auch, weil es safer ist. Ein sauberer Arsch ist ein fröhlicher, entspannter und gesunder Arsch. Und wie krieg ich meinen Hintern also sauber? Auch so eine Frage, die sich jeder Mann, der sich gerne was hinten rein stecken lassen möchte, schon gestellt hat. Zu deren Beantwortung braucht man genau dieselben drei Zutaten, wie für viele andere schöne Dinge: Offenheit, Vorbereitungszeit und ein gutes Schmiermittel. Seien wir also als Erstes mal ganz offen: Die meisten Männer wissen nicht, was gerade in ihrem Arsch steckt. Heißt:  Jeder Körper reagiert anders auf bestimmte Lebensmittel und formt daraus unterschiedliche Resultate. Die betrachtet man am besten eine, bis zwei Stunden vor dem Sex. Wer festen Stuhl hat, der sich in formschönen, abgerundeten Ergebnissen und am Stück präsentiert, muss sich um die Reinlichkeit seines Arsches eigentlich wenig Sorgen machen. Da bleibt für gewöhnlich nichts hängen.

Seit tausenden Jahren erprobt sind Einlaufspritzen

Trotzdem empfehlen wir allen Jungs vor dem Sex etwas mehr Aufwand zu betreiben: ein Einlauf und eine Dusche dauern 15 – 20 Minuten, aber dafür kann man danach im Bewusstsein, jetzt garantiert taufrisch und lecker zu sein,  völlig entspannt bleiben. Für den Einlauf gibt’s verschiedene Modelle: Man kann sich in Apotheken und Sexshops vorbereitete Einläufe kaufen und die benutzen. Was aber nicht nötig ist und auch nicht unbedingt gut, weil man nie genau weiß, was in diesen Produkten eigentlich drin ist. Das ist aber wichtig, weil der Enddarm auf Seifen, Alkohol oder chemische Zusätze aller Art oft eingeschnappt reagiert und man so das Gegenteil von dem erreicht, was man möchte. Seit tausenden Jahren erprobt sind Einlaufspritzen. Im Ernst, sowas haben Archäologen schon in den Pyramiden entdeckt. Die am häufigsten verwendeten  Modelle in diesem Jahrtausend sind Gummiballons mit einer dicken Plastikkanüle, die man mit lauwarmem (nicht heiß, nicht eiskalt, einfach Körpertemperatur) Wasser füllt und danach gut mit Gleitgel einschmiert. Nur die Kanüle, nicht den Ball. Jetzt legt man sich seitlich oder mit dem Arsch himmelwärts gerichtet so bequem wie möglich hin, führt sich die Kanüle ein und drückt zu, bis das Wasser sich in einem selbst, statt in dem Ball befindet. Ein paar Sekunden drin lassen, dann auf dem Klo loswerden und das Ganze solange wiederholen, bis das Wasser beim Ausscheiden klar bleibt und man sich sauber fühlt. Danach Duschen und den Po gut waschen. Fertig.

Für die sexuellen Hipster unter Euch gibt’s auch Silikonzäpfchen

Wem das zu kompliziert ist, der kann von Anfang an in der Dusche sein und ein kleinen Aufsatz für sie benutzen, der auch in jedem Sexshop zu haben ist. Dabei den Wasserdruck bitte gering halten, wir sind hier nicht bei der Feuerwehr. Euer Enddarm fasst ungefähr einen halben Liter Flüssigkeit, alles andere ist zu viel und strengt ihn an. Für die sexuellen Hipster unter euch gibt’s auch Silikonzäpfchen, die man sich einfach eine Stunde vor dem Ficken einführt und die angeblich alles sanft aus einem herausgleiten lassen.  Aber auch hier gilt: einfach ausprobieren. Die meisten schwulen Jungs brauchen ein paar Versuche, bis sie genau das gefunden haben, was für sie funktioniert. Aber hat man das mal, muss man sich bestimmte Fragen nie wieder stellen oder stellen lassen. Und das ist doch immer schön.

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