Ein Mann der Teilnehmer einer australischen PrEP (Pre-Expositions-Prophylaxe)-Studie ist, ist positiv auf HIV getestet worden. Der Patient aus Melbourne nahm an der „Victorian PrEPX-Studie“ teil, die Tausende Männer in dem australischen Bundesstaat mit PrEP-Medikamenten versorgt.

Experten des Victorian AIDS Council (VAC) sagten, es gäbe zwei möglichen Ursachen für die Übertragung: entweder hätte der Patient seine Medikamente nicht, wie vorgeschrieben, regelmäßig oder in der richtigen Dosierung eingenommen. Oder er hättemit jem,andem sexuellen Kontakt gebabt, der gleichzeitig eine nachweisbare Viruslast gehabt, und mit einem Virus infiziert sei, der resistent gegen Truvada ist. Letzteres sei sehr unwahrscheinlich.

„Die übergroße Anzahl derer, die in Australien und auf der ganzen Welt PrEP nehmen, werden auch weiterhin durch dieses wichtige Präventions-Werkzeug geschützt werden“

Simon Ruth, Leiter des Victorian AIDS Council, sagte: „Gegenwärtig schützen sich über 100.000 Menschen auf der ganzen Welt mit PrEP gegen HIV. Bis heute gibt es in ganz Australien keine bestätigte Übertragung eines gegen Medikamente resistenten HIV-Virusstammes. Es gibt auch keine Berichte darüber, dass PrEP großflächig versagt hätte. Im Gegenteil: In vielen Ländern wird PrEP seit Jahren sehr erfolgreich eingesetzt und von den Krankenkassen bezahlt. Die übergroße Anzahl derer, die in Australien und auf der ganzen Welt PrEP nehmen, werden auch weiterhin durch dieses wichtige Präventions-Werkzeug geschützt werden.“

Es gab insgesamt erst drei öffentlich gewordene Fälle von HIV-Übertragungen auf PrEP. Die australische Diagnose ist die vierte. 2016 gab es jeweils einen Fall in New York und Toronto, bei dem, trotz PrEP, ein gegen Truvada resistenter Virustyp übertragen wurde. In Amsterdam wartet ein PrEP-Patient noch auf die entgültigen Erkenntnisse darüber, wie er sich mit HIV infizieren konnte. Auch in Deutschland ist Truvada als PrEP erhältlich, allerdings übernehmen die Krankenkassen nicht die Kosten. Die Deutsche AIDS-Hilfe und viele andere Experten befürworten die schnelle Übernahme der Kosten (MÄNNER-Archiv).

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